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Level 1
Am 15. Mai war es wieder soweit: voll beladen mit Surfboard, PC, Videocam, Beamer und einer Menge Ideen reiste ich - wie immer umweltfreundlich per Zug - von Innsbruck nach Seignosse, um in drei Wochenkursen 22 neue AS und ISA (International Surfing Association) Level 1 und 8 Level 2 Instructors auszubilden.

Uli, General Manager von Wavetours und ein guter Freund von mir, holte Andi (Kursteilnehmer aus Innsbruck) und mich vom Bahnhof Dax ab und brachte uns in die VVF Bungalowanlage (www.wavetours.com ), die perfekte Location für unsere Ausbildung: feine Apartments direkt an der Düne, 5 Minuten zum Strand, eigener Pool, Sportplätze – und nicht zuletzt weltberühmte Beachbreaks direkt vor der Haustür!
Wie bereits im Vorjahr war auch heuer wieder Vollverpflegung angesagt: Chef de cuisine Martin zauberte jeden Abend neue kulinarische Leckerbissen auf die Teller und hatte alle Hände voll zu tun, unsere hungrigen Mäuler zu stopfen – zum Frühstück und zwischendurch als Snacks gab´s Biofeinkost von Yanick + Fée (www.yanickfee.com ), die beste Art, gesund und gestärkt in den Tag zu starten ?
Apropos Start in den Tag: dieser erfolgte teilweise ziemlich früh: unser Rekord war eine Videosession, für die wir bereits um 05.45 mit dem Bus in Richtung eines semi secret spots aufbrachen, da „unsere“ Sandbänke den unerwartet großen swell nicht mehr halten konnten. „Morgenstund hat Gold im Mund“ traf in diesem Fall absolut zu, wir wurden mit perfekten Bedingungen belohnt, und als die ersten Locals eintrafen, waren wir schon wieder weg – mit einigem Videomaterial im Kasten!
Je nach Bedingungen (denn im Gegensatz zu den Ausbildungen in vielen anderen Sportarten, die streng nach Stundenplan abgehalten werden (können), gibt beim Surfen Mutter Natur im ewigen Wechsel von Ebbe und Flut den Rhythmus vor) standen früh morgens nach einem kleinen Snack meistens Video- und Freesurfsessions mit nachfolgender Bewegungsanalyse per Videocoaching am Programm. Gleich danach kam das allseits beliebte Frühstück, das wirklich keine Wünsche offen ließ, dann ging es zur Unterrichtspraxis an den Strand: während am Anfang der Woche noch an den anderen Ausbildungsteilnehmern „geübt“ wurde, konnten die erworbenen Fähigkeiten in den letzten Tagen bereits im Unterricht von „echten“ Schülern angewendet werden, natürlich unter Aufsicht und in kleineren Gruppen. So konnten die neuen Lehrer absolut reale Erfahrungen sammeln, und die Schüler waren begeistert vom „Personal Coaching“, denn wann hat man schon einmal zwei Lehrer pro 2-3 Schüler?
Nach etwas Selbststudium und Vorbereitung wurde es gegen Abend Zeit für die Theorie: neben meinen Vorträgen musste jeder Teilnehmer (je nach Umfang des Themas allein oder in 2er Gruppen) einen Theorievortrag halten. Dabei wurde die Präsentationstechnik analysiert und die Theorie gemeinsam erarbeitet, sollten die 120 Seiten des Ausbildungsskripts (Unterrichtslehre, Materialkunde, Meer, Gefahren und Risiken, Berufs- und Sicherheitskunde, Regeln und Etikette, Trainingslehre und Surfen und Umwelt) doch bis zur Prüfung am Ende der Woche richtig sitzen. Der ISA-spezifische Teil wurde wie immer auf Englisch absolviert, schließlich ist die Lizenz ja auch weltweit gültig!
Jeweils freitags um 22:00 standen die Ergebnisse fest: letztlich konnten 18 der 22 Level 1-Teilnehmer alle Prüfungsteile (Eigenkönnen, Unterrichtspraxis, Theorieprüfung und Arbeitsblätter) erfolgreich absolvieren und sind ab sofort in Surfcamps und Surfschulen über den ganzen Globus verteilt zu finden.
Level 2
Als die meisten Teilnehmer der Level 1-Ausbildungen bereits am Heimweg waren, standen für mich noch 2 weitere wichtige Termine am Kalender: die Level 2 Ausbildung und die Austrian Championships, die in der folgenden Woche stattfinden würden!
Steve, Vizepräsident von Austrian Surfing und shred-buddy der ersten Stunde, kam mit seiner Freundin July für 10 Tage nach Seignosse, um mich bei der L2-Ausbildung (die übrigens die erste L2 Ausbildung mit ISA-Akkreditierung außerhalb von Australien war – weltweit!) und den Champs zu unterstützen, und natürlich auch um ein paar Wellen gemeinsam zu surfen.
Das Niveau der Ausbildung war hoch, da alle Teilnehmer schon über einiges an Erfahrung verfügten, und sich nach einer kleinen Anlaufphase auch nicht scheuten, diese in den Kurs einzubringen und über unterschiedliche Auffassungen zu diskutieren.
Der Level 2 Instructor muss neben dem in der L1-Ausbildung vermittelten Wissen und Können in der Anfängerschulung auch über die nötigen Kenntnisse in der Schulung von leicht Fortgeschrittenen bis zur Betreuung von Athleten auf surf club level verfügen – also gab´s auch einiges zu tun: Videoanalyse zur Verbesserung des Eigenkönnens, jede Menge Trainingslehre, Biomechanik und Manöver, Campleiter/Head Coach und Führen von Gruppen, Ernährung, Geschichte und Surforganisationen, und natürlich Wettkampfsurfen..da haben so manche Köpfe zu rauchen begonnen!
Aber Ende gut, alles gut, am Samstag um 11:30 hielten 7 der 8 Teilnehmer die Level 2 Lizenz in ihren Händen ?
Austrian Surfing Championships
Die im Kapitel „Wettkampfsurfen und Contestorganisation“ gelernten facts wurden dann gleich bei der Organisation der Österreichischen Meisterschaften in die Tat umgesetzt: egal ob als aktiver Teilnehmer, Judge, Tabulator oder einer der Beach Marshalls – alle L2 Instructors erledigten ihre Aufgaben absolut professionell und trugen damit maßgeblich zum reibungslosen Ablauf und Erfolg der AS Champs bei – danke an alle!

Frankreich zeigte einmal mehr seine Sympathie für uns Binnenlandsurfer: nach einer Woche mit ständig wechselnden Bedingungen, vielen Wolken und Onshore-Wind fanden wir am letzten Tag der waiting period perfekte Contestbedingungen vor: Sonne, Offshore, feine Wellen – was will man mehr?
So war dann auch teilweise Surfen auf höchstem Niveau zu sehen – Österreich braucht sich hier nicht vor anderen Nationen zu verstecken, und für einige Teilnehmer waren die Österreichischen Meisterschaften die Generalprobe für die ISA World Surfing Games in Costa Rica!
Nach einigen spannenden heats standen folgende Sieger fest:
In der OPEN-MEN-Klasse konnte Chris Schnitzer seinen Titel erfolgreich verteidigen, Platz 2 und 3 belegten Holger Hassenpflug und Steve Pressler.
Auch bei den LONGBOARDERN konnte Benjamin Richter seinen Titel verteidigen, er setzte sich im Finale gegen seinen Bruder Matthias (2.) und Gert Brunauer (3.) durch.
In der OPEN-WOMEN-Klasse belegte Liesi Ziegelwanger vor Julia Kremser den ersten Platz, und neuer alter Champ bei den JUNIORS ist Jonas Bachan, den 2. Platz belegte sein Bruder Jakob.
Nach dem Contest hatte die Österreichische Surfszene beim Brunch mit Yanick+Fée Biofeinkost (www.yanickfee.com ) und der Siegerehrung noch Zeit, ihre Erfahrungen und Erlebnisse des letzten Jahres auszutauschen und Pläne für gemeinsame surf trips zu schmieden.
Ich sitze mittlerweile wieder in Innsbruck, wo das Wasser 1. nicht salzhaltig ist und 2. von oben kommt ;) und freue mich schon auf die nächsten Ausbildungen und Champs, und natürlich die World Games in Costa Rica – PURA VIDA!
Johnny
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